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HÄUPTLING EIGENER HERD
Das Lebensmittel für Hirn und Wanst Heft 43 /Juni 2010
Öha! Dick und fett, über 160 Seiten
Zeichnungen von Mock
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NOMADE IM SPECK - Band 43 ist da
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Wer diesen Band gelesen hat, der schwärmt. Ganz besonders freut den Vincent Klink, das seine Frau nach 10 (zehn) Jahren einen Band gelesen hat. Die Lady fand alles gut und diese dürre Aussage kann man getrost als persön- lichen Nobelpreis werten.
Der Titel stammt von Wiglaf Droste und man ahnt, dass wir mit den Texten in Band 43 an der Genialität entlang schrammen.
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Die Zeichnungen von Tatjana Hauptmann sind erste Sahne. Eigentlich sollte es um richtige Tiere gehen, aber dann fanden wir den Menschen als das interessanteste Tier. Ja, und so hat mancher Autor die Sau rausgelassen. Man munkelt, dass sogar Vegis das Heft schätzen.
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Viele leiden unter Fluchtschicksalen, nicht wenige aber auch deshalb, weil sie zwar wollten, aber nie wirklich die Kurve kratzen konnten. Dieser Häuptling ist zugegebenermaßen nicht von Familiendaddys oder Liebhaberinnen von Kaffee- kränzchen geschrieben. Die freiheitsliebende Autorenschaft machte sich lieber Gedanken, wie man dem winterlichen Menscheneintopf in den Fußgängerzonen und ineinander verknäulten Verwandten entkommen könnte, denn alle Menschenansammlungen, auch Weihnachtsabende beherbergen. Ein Häuptling mit explosiven Zutaten.
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Nichts ist so wie es scheint. die Molekular- küche hat es gezeigt, die alten Werte gelten nicht mehr. Alles was Neu ist scheint gut, jedenfalls so lange bis es als alt gilt und das geht schnell. Das Verfallsdatum kreativer Neuschöpfungen ist enorm. Frankenstein ist überall. als Begleiterscheinung einer penetranten Medienkulinarik macht sich eine ebenso lautstarke, exhibitonistische und offenbar zwanghafte Genussprotzerei breit. Für solche Entgleisungen schärft “Häuptling Eigener Herd die Sinne.
die Zeiten werden schriller: Salz auf unserer haut Pfeffer auf unserem Sack!
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Je lauter und heftiger die Welt rumpelt. umso großer wird das Bedürfnis nach ländlichem Frieden,einem Idyll. Der Begriff geht auf den griechischen Dichter Theokrit zurück und bedeutet ursprünglich „Hirtengedicht". Doch wo der alte Grieche ländliche Friedfertigkeit noch ungebrochen preisen konnte, haben wir modernen Menschen es schon schwerer. Ja, eigentlich geht das nur noch mit Ironie. Deshalb wartet der .,Häuptling" Nr. 39 mit einer Spitzentruppe von Ironikern auf. Da preist beispielsweise Ror Wolf die Ruhe, und der kürzlich verstorbene Peter Rühmkorf verfasst ein literarisches Selbstporträt; der Englander Julian Barnes schildert, was geschieht, wenn ein Pedant auf Wanderschaft geht; Wiglaf Droste entlarvt idyllischen Trug.
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und Vincent Klink wandelt auf Thomas Bernhards Spuren. Weiter geht's von A bis Z mit Wolfgang Abel, Brigita Bocina, Thomas C. Breuerjames Hamilton-Paterson.Anna v. Münchhausen. Gerhard Polt, Joseph von Westphalen, Erdmann Wingert und Klaus C. Zehrer. Wiglaf Droste,Vincent Klink
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Hätte eigentlich ein frohes Buch zur Elternschaft, zu Kindern und familiären Wonnen werden sollen. Das ging gründlich schief. Okay, Klink schreibt über die richtige Ernährung für Kinder aber ansonsten ist das Buch von frustrierten Vätern geschrieben.
Vincent Klink orientierte sich sehr an einem Kinderporträit von Otto Dix, das im Stuttgarter Kunstmuseum hängt. Es zeigt den Sohnemann des Künstlers, hasszerfressen und man ahnt, das Kinder der Inbegriff des Bösen sein können. Es wundert nicht, das so mancher Schnuckiputz seine Eltern um die Ecke bringt. Aber was soll’s, Eltern sind auch nie ohne Schuld.
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Eines Tage fragte ich meinen Freund, warum er immer “glaubisch” anstatt “gläubig” sagte?
Der Grund für die Verweigerung des Wortes „gläubig“ ist dieser: „Die Christen unterscheiden in Glauben und Aberglauben. Ihr eigenes Geglaube halten sie für richtig, alles andere denunzieren sie als Aberglauben. Sich selbst nennen sie analog gläubig und verurteilen die anderen als abergläubisch. Nun ist aber jeder Glaube ein Aberglaube, also sind auch die Gläubigen gläubisch. Das Wort klingt auch viel schöner, und manchen Berufschristen und Gottentotten kann man damit ganz prima zwiebeln.
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Viele wunderbare Geschichten von erstklassigen Schriftstellern. Besonders befasst sich dieser Häuptling mit der Geschichte der Orden und natürlich auch mit Klosterküche.
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Mit vielen Fotos von Vincent Klink. Hier das Refektorium auf der Laguneninsel San Lazzaro degli Armeni bei Venedig.
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